Bünningstedt

Bünningstedt


1314 erste urkundliche Erwähnung – Bünningstede

Bünningstede – die Stätte der Leute des Buni – wird 1314 im Zusammenhang mit einer Landesteilung das erste Mal urkund­lich erwähnt. Wenige Jahre später, 1329, war das Dorf Bünningstedt nachweisbar im Besitz der Ritter Strus, die auch als Begründer der ersten Timmerhorner Fischteiche anzusehen sind.

1442 Verkauf des Dorfes Bünningstedt an das Kloster Reinfeld

Im Jahre 1442 verkaufte der damalige Grundherr Ritter Johann von Siggen das Dorf Bünningstedt an das Kloster Reinfeld. Das Kloster hatte zuvor bereits den Meierhof Woldenhorn mit den drei Dörfern Woldenhorn (Ahrensburg), Meilstorp (Meilsdorf) und Arnesvelde (Ahrensfelde) erworben. Bünningstedt kam nun als viertes Dorf hinzu und blieb bis ins 18. Jahrhundert – Teile der Gemarkung bis ins 20. Jahrhundert – Bestandteil des Meierhofes und des späteren Gutes Ahrensburg.

1567 wird die Familie Rantzau neuer Besitzer der vier Dörfer

Im Zuge der Reformation mußte das Kloster Reinfeld große Teile seines Besitzes an den Landesherren, den Herzog von Holstein, der damals zugleich König von Dänemark war, zurückgeben. Der Feldherr Daniel von Rantzau erhielt die vier Dörfer des Meierhofes Woldenhorn als königliches Geschenk für treu geleistete Dienste. Mehrere Generationen lang regierte die Familie Rantzau in Woldenhorn/Ahrensburg, wo sie das Ahrensburger Schloß als neuen Herrschaftssitz errichten ließ.

1718 Aufstand gegen die Leibeigenschaft

Durch den Wandel von der Grund- zur Gutsherrschaft wurden die ehemals freien Bauern zu Leibeigenen. Unter dem Gutsherren Detlev von Rantzau (1718-1759) kam es zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen den Dorfbewohnern und dem Gutsherrn, die ihren Höhepunkt in dem „erprobten Aufstand von 1718“ fanden.

1765/66 Verkoppelung

Die Verkoppelung war die erste Maßnahme einer weitreichenden im ganzen Land durchgeführten Agrarreform, die eine Intensivierung der Landwirtschaft und höhere Steuereinnahmen zur Folge hatten. Die ehemaligen Großäcker der Bünningstedter Vollhufner wurden neu vermessen und in kleinere Koppeln, die durch Knicks voneinander abgegrenzt wurden, eingeteilt. Die gemeinsame Bewirtschaftung und der damit verbundene Flurzwang wurden aufgehoben und durch individuelle Bewirtschaftungsformen ersetzt.

1788 Aufhebung der Leibeigenschaft

Konsequenz der Verkoppelung war die Aufhebung der Leibeigenschaft. Das geschah in Bünningstedt im Jahre 1788 unter der Familie Schimmelmann, die 1759 die Nachfolge der Rantzaus angetreten hatte. Die Bauern erhielten ihre Hufen nun in Erbpacht.

Fannyhof

Einige Erbpächter konnten ihre finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Grafen nicht einhalten; es kam zu Konkursverfahren. Vier dieser Höfe wurden vom Grafen Schimmelmann zurück ersteigert und zu dem „Fannyhof“ vereinigt. Das Fannyhof-Areal betrug insgesamt eine Fläche von 263 ha. 1932 wurde es parzelliert und an Bauern im Dorf verkauft. Die drei Scheunen an der Dorfstraße bilden heute die „Überreste“ des ehemaligen Gutsvorwerkes.

1932 Siedlungen Daheim und Heimgarten

1932 entstanden auf ehemaligen Schimmelmann’schen Ländereien in direkter Nachbarschaft zur Stadt Ahrensburg die Siedlung „Daheim“ und „Heimgarten“. Während die Siedlung Heimgarten zunächst als Kleingartengebiet mit Wochenendhäusern gedacht war und sich erst im jähre 1937 zu einer Wohnsiedlung entwickelte, handelte es sich bei der Siedlung Daheim um ein von der Stadt Hamburg unterstütztes Aufbauprogramm für Hamburger Erwerbslose.

II. Weltkrieg

Bei einem Tieffliegerangriff im Jahre 1941 auf Bünningstedt wurden zwei Häuser zerstört. Menschen kamen nicht ums Leben.

Anfang der 50er Jahre Erschließung Schäferdresch und Rehagen

Anfang der 50er Jahre wurden die ehemalige Wochenendgebiete Schäferdresch und Rehagen zu Wohnsiedlungen erschlossen. Alle Bünningstedter Siedlungen liegen außerhalb des ursprünglichen Dorfes, so daß sich der Dorfkern seinen bäuerlichen Charakter bis heute erhalten hat.